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Neuer Monat – Neues Lied: Erhör, o Gott, mein Flehen

Gott loben und Seiner gedenken mit neuen Liedern:
Unser neues Lied für den Monat März ist GL 439 „Erhör, o Gott, mein Flehen“

 

 

Der Text dieses Liedes beruht auf Psalm 61 und wird Edith Stein zugeschrieben. Edith Stein stammt aus einer jüdischen Familie. Als junge Erwachsene ließ sie sich taufen, konvertierte zum Christentum und studierte Philosophie. Später trat sie als Teresia Benedicta vom Kreuz in den Karmeliterorden ein. Nach der Reichspogromnacht floh sie aus Deutschland und und kam in den Niederlanden unter. Doch auch da holte sie der Nationalsozialismus ein und knappe 10 Jahre später, mit 51 Jahren, wurde sie verhaftet und im Vernichtungslager in Auschwitz getötet.
45 Jahre nach ihrem Tod wurde sie von Papst Johannes Paul II selig und ein Jahr später heilig gesprochen. Ihr Gedenktag ist der 9. August.
Hat man das Schicksal Edith Steins im Hinterkopf sieht man dieses Lied mit anderen Augen und kann sich besser vorstellen, aus welcher Lebenslage und mit welch innerer Intensität das Flehen, Bitten und Beten gemeint ist. „Ich rief aus dunkler Nacht“ (1. Strophe): aus tiefster Ausweglosigkeit wird Gott angefleht und angebetet, trotz dieser Finsternis und der Ausweglosigkeit, hat die sprechende Person keine Angst. (2.Strophe „Bei dir ist mir nicht bang“) und fühlt sich sicher und geborgen bei Gott.
In der dritten Strophe werden die Bitten erhört und in der vierten Strophe wird ein Lied auf Gottes Barmherzigkeit gesungen.
Dieses Lied war bereits unter einer anderen und älteren Melodie im Gotteslob von 1975. Mit der jetzigen Melodie von 2009 des Österreichers Roman Schleischitz wurde diesem ausdruckstarken Text wieder eine neue und junge Melodie gegeben, die von ihrer Tonsprache ein bisschen an jüdische Melodien erinnert.